Eine Boje ist jede permanente oder semipermanente Konstruktion, die dazu dient, ein Schiff auf dem Wasser zu sichern. Sie verhindert, dass das Schiff durch Wind, Wellen oder Strömungen abdriftet.
Zu den Verankerungsanlagen zählen Kais, Kais, Piers, Molen, Ankerbojen und Festmacherbojen. Der Begriff bezeichnet auch das Festmachen eines Schiffes an diesen Anlagen. Im Gegensatz zum temporären Ankern bietet das Festmachen eine stärkere Haltekraft und schont den Meeresboden.
Festmachen vs. Ankern vs. Anlegen
Diese drei Begriffe werden oft verwechselt. Jeder von ihnen dient einem anderen Zweck.
Anlegestelle Ein Schiff wird mithilfe von Festmacherleinen an einer festen Struktur wie einer Boje, einem Pfahl oder einem Dock verankert. Die Struktur ist vorinstalliert und für den wiederholten Einsatz ausgelegt. Das Festmachen bietet eine hervorragende Stabilität, insbesondere in stark frequentierten Häfen oder bei rauer See.
Verankerung Dabei wird der bordeigene Anker verwendet, der auf dem Meeresgrund versenkt wird und durch sein Gewicht und seine Griffigkeit gehalten wird. Diese Methode ist vorübergehend und kann fast überall mit ausreichender Wassertiefe angewendet werden. Allerdings können Anker bei Stürmen abgetrieben werden und empfindliche Meeresböden wie Korallenriffe beschädigen.
Docking Das Anlegen an einem festen Pier oder in einem Liegeplatz ermöglicht den einfachsten Zugang zum Be- und Entladen, für Wartungsarbeiten und zum Anschluss an Landstrom. Beim Anlegen ist ein ordnungsgemäßer Fenderschutz erforderlich, um Schäden am Rumpf und am Pier während des Kontakts zu vermeiden.
Bei Zhonghaihang fertigen wir Gummischutzbleche und pneumatische Fender Sie schützen Schiffe und Hafeninfrastruktur bei Anlege- und Dockvorgängen. Unsere Produkte werden in über 80 Ländern weltweit eingesetzt.
Mehr erfahren: Was sollte bei der Verankerung vermieden werden?
Gängige Arten von Verankerungssystemen
In der Schifffahrtsbranche gibt es typischerweise mehrere gängige Arten der Verankerung:
Schwinganker
Dies ist die gebräuchlichste Art der Verankerung. Sie besteht aus einem einzelnen Anker auf dem Meeresgrund, einer Kette oder Leine, die zu einer Oberflächenboje führt, und einer Festmacherleine, die die Boje mit dem Bug des Schiffes verbindet.
Das Schiff schwingt bei Wind- oder Gezeitenänderungen frei in einem 360°-Kreis. Daher ist ausreichend Platz um den Ankerplatz erforderlich, um eine Kollision mit benachbarten Booten zu vermeiden.
Schwingbojen sind in Häfen, Marinas und Küstenankerplätzen weit verbreitet. Pilzanker sind die beliebteste Wahl für weiche Meeresböden wie Schlamm oder Sand. Sie können, einmal vollständig verankert, bis zum Zehnfachen ihres Eigengewichts tragen.
Pfahlverankerung
Bei Pfahlverankerungen werden senkrechte Pfähle in den Meeresboden gerammt. Schiffe befestigen Bug- und Heckleinen an zwei oder vier Pfählen, wodurch das Boot in einer festen Position gehalten wird und nicht schwingen kann.
Dieses System ist in Gezeitenhäfen und stark frequentierten Marinas weit verbreitet. Es maximiert die Platzausnutzung, indem es die Boote in einer Linie hält. Pfahlbojen sind besonders in Neuseeland und Teilen Südostasiens beliebt.
Mittelmeer-Anlegestelle (Med Mooring)
Beim Anlegen im Mittelmeer fährt das Schiff mit dem Heck rückwärts in Richtung Dock, während vom Bug aus der Anker geworfen wird. Heckleinen sichern das Boot am Kai.
Diese Methode ist in Mittelmeerhäfen mit begrenztem Liegeplatzangebot Standard. Sie ermöglicht es, mehr Schiffe an einer einzigen Kaimauer unterzubringen. Das Anlegen im Mittelmeer erfordert gute Bootsführungskenntnisse und Zuverlässigkeit. Dockfender um das Heck vor dem Kontakt mit der Kaimauer zu schützen.

Einpunktverankerung (SPM)
SPM-Systeme werden offshore zum Be- und Entladen von Öltankern eingesetzt. Das Schiff verbindet sich mit einer schwimmenden Boje, die über mehrere Ketten am Meeresboden verankert ist. Es kann sich dann frei mit Wind und Strömung bewegen und bleibt dabei mit den Unterwasserpipelines verbunden.
SPM-Anlagen sind enormen Kräften ausgesetzt. Sie benötigen spezielle Verankerungseinrichtungen, die extremen Meeresbedingungen standhalten.
An der Anlegestelle
Dies ist die Standardmethode in Handelshäfen. Das Schiff wird parallel zur Liegeplatzkante mit mehreren, in einem bestimmten Muster angeordneten Festmacherleinen festgemacht:
- Schlagzeilen: vom Bug zum Kai vorwärts laufen
- Heckleinen: vom Heck bis zum Kai verlaufen
- Brustlinien: verläuft senkrecht vom Schiff zum Kai
- Frühjahrskollektionen: diagonal verlaufen, um eine Vorwärts-/Rückwärtsbewegung zu verhindern
Die korrekte Anbringung von Fendern ist beim Anlegen am Kai entscheidend. Fender absorbieren die Anlegeenergie und verhindern so Schäden am Schiffsrumpf während des gesamten Liegezeitraums. Zhonghaihang bietet ein umfassendes Sortiment an Anlegeschutzlösungen, darunter: Super Cell Kotflügel für Hochleistungsanschlüsse und zylindrische Kotflügel für Stückgutliegeplätze.
Wichtige Verankerungsausrüstung
Ein komplettes Verankerungssystem besteht aus mehreren integrierten Komponenten.
Festmacheranker Das System wird am Meeresboden verankert. Gängige Typen sind Pilzanker (am besten geeignet für Schlamm/Sand, Haltekraft-Gewichts-Verhältnis bis zu 10:1), Pyramidenanker (effektiv auf sandigen Böden), Helix-/Schraubanker (hohe Haltekraft bei minimaler Störung des Meeresbodens) und Totgewichtsblöcke (einfache Betonmassen für felsige Böden).
Festmacherketten Verbindet den Anker mit der Boje oder dem Schiff. In Bodennähe wird aufgrund der Abriebfestigkeit eine schwere Kette verwendet. Leichtere Ketten oder synthetische Seile verbinden den Anker mit der Oberflächenboje. Ketten sind in Tiefen unter 100 Metern am effektivsten.
Festmacherleinen Das Schiff wird am Dock, an einer Boje oder einem anderen festen Punkt vertäut. Geeignete Materialien sind Nylon (hohe Elastizität, gute Stoßdämpfung), Polyester (mittlere Dehnbarkeit, hohe UV-Beständigkeit), HMPE/Dyneema (extrem hohe Festigkeit, geringe Dehnung) und Drahtseil (verwendet auf großen Handelsschiffen). Die Wahl der Leinen hängt von der Schiffsgröße, den zu erwartenden Lasten und der Verankerungsdauer ab.
Verankerungsbojen Sie schwimmen an der Oberfläche und markieren die Ankerposition. Die Standardfarben sind Weiß mit einem blauen horizontalen Streifen, wobei es regionale Abweichungen geben kann.
Kotflügel Fender schützen das Schiff und die Liegeplatzkonstruktion vor Beschädigungen durch Berührung. Sie absorbieren kinetische Energie beim Anlegen und dämpfen das Schiff während seines Liegeplatzaufenthalts. Die Auswahl der Fender hängt von der Schiffsverdrängung, der Anfahrtsgeschwindigkeit und dem Liegeplatztyp ab. Kontaktieren Sie Zhonghaihang Für fachkundige Fenderempfehlungen, die auf Ihre Liegeplatzkonfiguration abgestimmt sind.
Winden und Poller Die Leinenspannung wird sowohl an Bord des Schiffes als auch am Kai kontrolliert. Moderne Winden nutzen elektrohydraulische Systeme, um die Spannung auch bei wechselnden Bedingungen konstant zu halten.

Anlegesicherheit
Das Festmachen von Booten birgt erhebliche Risiken. Die US-Küstenwache dokumentiert jährliche Sachschäden in Millionenhöhe, die auf unsachgemäßes Festmachen zurückzuführen sind. Es ist daher unerlässlich, diese Gefahren zu verstehen.
Schnappgefahr
Reißt eine unter hoher Spannung stehende Festmacherleine, schnellt sie mit extremer Geschwindigkeit zurück. Dieses Phänomen wird als Snapback bezeichnet. Es zählt zu den gefährlichsten Ereignissen in der Schifffahrt und hat bereits Todesfälle verursacht. Besatzungsmitglieder müssen sich unbedingt außerhalb der Snapback-Zone aufhalten – dem Bereich, in dem eine gerissene Leine einschlagen könnte.
Sichere Arbeitslast (SWL)
Jede Festmacherleine hat eine zulässige Tragfähigkeit (SWL). Dies ist die maximale Last, die die Leine unter normalen Bedingungen tragen darf. Sie beinhaltet einen Sicherheitszuschlag unterhalb der Bruchfestigkeit der Leine. Eine Überschreitung der zulässigen Tragfähigkeit erhöht das Risiko eines plötzlichen Versagens.
Wichtige Sicherheitspraktiken
- Vor jedem Gebrauch die Festmacherleinen auf Scheuerstellen, Schnitte oder UV-bedingte Schäden prüfen.
- Ersetzen Sie abgenutzte Kettenglieder, die einen Durchmesser von weniger als 30% aufweisen.
- Stellen Sie sich niemals in die Bucht einer Festmacherleine.
- Behalten Sie die Wettervorhersagen im Auge und passen Sie die Linien an die sich ändernden Bedingungen an.
- Verwenden Sie Scheuerschutz an allen Kontaktpunkten zwischen Leinen und Rollen.
Industriestandards
Die IMO hat die SOLAS-Regel II-1/3-8 mit Wirkung zum 1. Januar 2024 überarbeitet. Sie legt Anforderungen für die Konstruktion, Inspektion und Wartung von Verankerungseinrichtungen an Bord von Schiffen fest. Die OCIMF-Richtlinien für Verankerungseinrichtungen (MEG4) bieten detaillierte Empfehlungen für bewährte Verfahren in der Öl- und Gasindustrie. Diese Standards unterstreichen die entscheidende Bedeutung einer sachgemäßen Konstruktion und Wartung von Verankerungssystemen.
Ankerplatzwartung
Regelmäßige Inspektionen gewährleisten die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Verankerungssysteme.
Jährliche Überprüfungen sollten Folgendes umfassen: Überprüfung des Ankerhalts und der Ankerposition, Inspektion aller Kettenglieder auf Korrosion und Verschleiß, Kontrolle der Bojenintegrität und des Auftriebs, Untersuchung aller Schäkel, Wirbel und Verbinder sowie Prüfung des Leinenzustands auf Faserschäden oder UV-bedingte Zersetzung.
In rauen Umgebungen: Warmes Salzwasser, starke Strömungen oder hoher Schiffsverkehr – Inspektion alle sechs Monate. Ketten korrodieren am schnellsten in der Nähe der Verbindung zum Meeresboden. Dieser Bereich ist oft von der Oberfläche aus nicht sichtbar, weshalb Taucherinspektionen oder Kontrollen beim Auskranen unerlässlich sind.
Ein gut gewartetes Verankerungssystem kann 5–10 Jahre halten. Vernachlässigte Systeme bergen die Gefahr des Ankerschleppens, des Leinenversagens und des Losreißens des Schiffes – allesamt Folgen, die kostspielige Schäden verursachen und Menschenleben gefährden.
Häufig gestellte Fragen
Worin besteht der Unterschied zwischen Festmachen und Ankern?
Was ist eine Schwingankerung?
Wie wähle ich den richtigen Festmacheranker aus?
Was ist der Snapback-Effekt und warum ist er gefährlich?
Wie oft sollte ich meinen Liegeplatz überprüfen?
Warum sind Fender beim Anlegen wichtig?
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